Diese Studie untersucht die Darstellung sozialer Ungerechtigkeit im Gedicht „Der Schwarze in der Zuckerplantage“ mithilfe eines kritischen sozialsemiotischen Ansatzes. Das Gedicht wurde aufgrund seiner Schilderung kolonialer Erfahrungen durch das Leid schwarzer Plantagenarbeiter ausgewählt, wobei es gleichzeitig die ideologische Ambivalenz des europäischen humanistischen Diskurses widerspiegelt. Die Untersuchung verwendet eine qualitative, interpretative Methode und nutzt Textanalysen auf Basis semiotischer Repräsentationsstrategien, thematischer Kodierung und ideologischer Interpretation. Die Ergebnisse zeigen, dass soziale Ungerechtigkeit primär durch die Dominanz materieller Prozesse konstruiert wird, die Zwangsarbeit und das physische Leid der Kolonialsubjekte repräsentieren. Die semiotische Analyse deckt Repräsentationsstrategien auf, die den Kontrast zwischen kolonialem Wohlstand und dem Leid der Arbeiter betonen, sowie eine eingeschränkte und paternalistische Form der Humanisierung. Die thematische Kodierung deutet auf eine ideologische Struktur hin, die von Ausbeutung, rassischer Marginalisierung und der Ambivalenz des kolonialen Humanismus geprägt ist. Die Studie bestätigt, dass Poesie als diskursive Praxis fungiert, die nicht nur die soziale Realität widerspiegelt, sondern durch sprachliche und semiotische Entscheidungen auch ideologische Strukturen reproduziert. Der kritische sozialsemiotische Rahmen erweist sich als effektiv bei der Integration mikrolinguistischer Analysen mit makrosozialen Interpretationen und leistet damit einen theoretischen Beitrag zu linguistischen, literarischen und sprachpädagogischen Studien.
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